{"id":9,"date":"2008-06-12T11:58:14","date_gmt":"2008-06-12T09:58:14","guid":{"rendered":"http:\/\/dertheatermacher.ch\/fraz\/?page_id=9"},"modified":"2016-12-09T18:03:47","modified_gmt":"2016-12-09T17:03:47","slug":"biedermann-und-die-brandstifter-1993","status":"publish","type":"page","link":"http:\/\/dertheatermacher.ch\/theaterobertor\/fraz\/bisherige-produktionen\/biedermann-und-die-brandstifter-1993\/","title":{"rendered":"Biedermann und die Brandstifter (1993)"},"content":{"rendered":"<p><a title=\"Plakat Biedermann\" href=\"http:\/\/dertheatermacher.ch\/theaterobertor\/fraz\/wp-content\/uploads\/sites\/4\/2008\/07\/01plakat.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/dertheatermacher.ch\/theaterobertor\/fraz\/wp-content\/uploads\/sites\/4\/2008\/07\/01plakat.jpg\" alt=\"Plakat Biedermann\" width=\"200\" align=\"right\" \/><\/a>Ein Lehrst\u00fcck ohne Lehre<\/p>\n<p><strong>Die grosse Wut des Phillip Hotz<\/strong><br \/>\nEin Schwank<\/p>\n<p>von Max Frisch<\/p>\n<p>16. bis 19. Dezember 1992, Kulturhaus Dynamo, Z\u00fcrich<\/p>\n<p><strong>Darstellende<\/strong><\/p>\n<p>Biedermann und die Brandstifter:<\/p>\n<p>Herr Biedermann: Johannes Hardmeier<br \/>\nBabelte, seine Frau: Sandra De Vito<br \/>\nAnton, ein Hausdiener: Marc Diethelm<br \/>\nSchmitz, ein Ringer: Bernhard Rubin<br \/>\nEisenring, ein Kellner: Benjamin Gygax<br \/>\nEin Polizist \/ ein Dr. phil.: Marius Leutenegger<br \/>\nWitwe Knechtling: Salva Leutenegger<\/p>\n<p>Die grosse Wut des Phillip Hotz:<\/p>\n<p>Philipp Holz, Dr. phil.: Marius Leutenegger<br \/>\nDorli, seine Frau: Salva Leutenegger<br \/>\nWilfrid, ein Freund: Marc Diethelm<br \/>\nClarissa, seine Frau: Sandra De Vito<br \/>\nDer alte Dienstmann: Johannes Hardmeier<br \/>\nDer junge Dienstmann: Benjamin Gygax<br \/>\nEine Jungfer: Sandra De Vito<br \/>\nZ\u00f6llner\/ Kellner: Benjamin Gygax<\/p>\n<p><strong>Team<\/strong><\/p>\n<p>Regie: Marius Leutenegger<br \/>\nB\u00fchnenbild: Benjamin Gygax<br \/>\nKost\u00fcme: Sandra De Vito<br \/>\nBeleuchtung: Bernhard Rubin<br \/>\nVerfolger: Giancarlo De Vito<br \/>\nTon: Johannes Hardmeier<br \/>\nSouffleuse\/Kasse: Sandra Eugster<\/p>\n<p><strong> Brief an unser Publikum<\/strong><\/p>\n<p>Viele Theaterst\u00fccke, die sich mit den grossen Menschheitsfragen auseinandersetzen, sind zeitlos. Bei \u00abBiedermann und die Brandstifter\u00bb von Max Frisch ist die Aktualit\u00e4t aber unmittelbar: Die Geschichte eines Mitl\u00e4ufers, der das \u00dcbel als solches erkennt, es aus Furcht oder schlechtem Gewissen aber letztlich mit allen Konsequenzen duldet, wird in diesen Tagen von der Wirklichkeit geradezu exemplarisch vorgef\u00fchrt. Wenn in Deutschland Rechtsextremisten Asylanten-Unterk\u00fcnfte anz\u00fcnden und die Regierung darauf neue Wege sucht, nicht den Rechtsradikalismus, sondern die so genannte Fl\u00fcchtlingsproblematik besser in den Griff zu kriegen, so erinnert das sehr an den hilflosen G\u00f6ttlich Biedermann, der den Brandstiftern die unheilbringenden Streichh\u00f6lzchen reicht, damit jene sein Haus nicht niederbrennen.<\/p>\n<p>Max Frisch dachte bei den Benzinf\u00e4ssern auf dem Biedermannschen Dachboden vielleicht an die Wasserstoffbombe, welche zu seiner Zeit f\u00fcr Schrecken sorgte, deren Existenz aber dennoch akzeptiert wurde. Vielleicht setzte er mit seinem St\u00fcck auch ein politisches Thema jener Tage um: \u00abHinter der Figur des tschechischen Politikers Benesch, der in der Hoffnung auf einen guten Ausgang mit radikalen Vertretern des Kommunismus paktierte und sich damit den politischen Boden unter den F\u00fcssen wegzog, erscheint die Gestalt des sp\u00e4teren Biedermann, der freiwillig dabei mithilft, das eigene Grab zu schaufeln\u00bb, so Frisch-Biograph Manfred Durzak. Die Literaturwissenschaft streitet sich \u00fcber die Hintergr\u00fcnde \u2013 doch so wichtig sind die nicht. Die Welt steckt schliesslich voller Benzinf\u00e4sser, die gemeint sein k\u00f6nnten.<\/p>\n<p>Der Untertitel des Dramas, \u00abEin Lehrst\u00fcck ohne Lehre\u00bb, ist zutreffend \u2013 es gibt in \u00abBiedermann und die Brandstifter\u00bb keine Anleitung, wie mit den Brandstiftern umzugehen w\u00e4re. Eher pr\u00e4sentiert es eine Flucht in den Galgenhumor. Das St\u00fcck w\u00e4re wahrlich nicht zum Lachen, w\u00e4re es nicht derart komisch. F\u00fcr Regie und Darsteller besteht durchaus eine gewisse Verf\u00fchrung. es als harmlosen Schwank aufzuf\u00fchren.<\/p>\n<p>Max Frisch war Ende der f\u00fcnfziger Jahre, als das St\u00fcck entstand, in schriftstellerischer Bestform, und dies manifestiert sich in einer fast unfassbaren Leichtigkeit im Dialog, in einem spr\u00fchenden Wortwitz. Wir haben uns bem\u00fcht, das darstellerische Gewicht nicht auf die Pointen zu legen. Sondern auf die tragische Situation der Biederm\u00e4nner, die ihre Haut verlieren, weil sie ihr nicht entrinnen k\u00f6nnen. Das St\u00fcck soll Angst machen hinter dem Humor, und diesen Effekt wollte Max Frisch erzielen. Denn: \u00abWir haben Grund zu nat\u00fcrlicher Angst. Wenn ein Mann des Generalstabs sagt, wir brauchten keine Angst zu haben vor der Radioaktivit\u00e4t, weil wir Bunker bauen k\u00f6nnen, ist das keine Angst, sondern hochbezahlter Schwachsinn, und Angst ist besser als Schwachsinn.\u00bb<\/p>\n<p>Ganz anders verh\u00e4lt es sich mit \u00abDie grosse Wut des Philipp Hotz\u00bb, laut Frisch \u00abein kleiner Schwank\u00bb. Hier wird kein tieferer Sinn durch Gags und Klamauk \u00fcberdeckt, denn das St\u00fcck ist auf Gags und Klamauk aufgebaut. Die Frage, weshalb wir Biedermann und Holz dennoch am gleichen Abend auff\u00fchren, ist berechtigt. Die beiden St\u00fccke wurden am 29. M\u00e4rz 1958 gemeinsam im Schauspielhaus Z\u00fcrich uraufgef\u00fchrt; Frisch hat dem f\u00fcr eine Abendvorstellung zu kurzen \u00abBiedermann\u00bb kurzerhand den Einakter \u00fcber die N\u00f6te des intellektuellen Holz folgen lassen. Die Kombination der St\u00fccke entspricht also den urspr\u00fcnglichen Absichten des Autors.<\/p>\n<p>Zudem weisen die St\u00fccke, bei aller formalen Verschiedenartigkeit und ihrer sehr unterschiedlichen Bedeutung in der Welt der Literatur, zahlreiche Parallelen auf. Biedermann und Holz sind Br\u00fcder im Geiste; wie Gottlieb Biedermann ist auch Philipp Holz sein eigenes Opfer, das sich bei vollem Bewusstsein in eine ausweglose Situation man\u00f6vriert. Beide hoffen, durch Hinnahme oder Heraufbeschw\u00f6rung des Schlimmsten das Schlimmste von sich wenden zu k\u00f6nnen, und beide versagen dabei. Dass sie es auf eine ganz unterschiedliche Weise tun, tut der \u00c4hnlichkeit der Ausgangslage keinen Abbruch. Es sorgt aber, so hoffen wir, f\u00fcr einen besonders abwechslungsreichen Theaterabend mit Tiefgang und Unterhaltung \u2013 f\u00fcr uns als Theatermacher und Theaterfans eine ideale Mischung.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/dertheatermacher.ch\/theaterobertor\/fraz\/wp-content\/uploads\/sites\/4\/2008\/07\/01szene1.jpg\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"alignleft size-medium wp-image-22\" src=\"http:\/\/dertheatermacher.ch\/theaterobertor\/fraz\/wp-content\/uploads\/sites\/4\/2008\/07\/01szene1-300x210.jpg\" alt=\"01szene1\" width=\"300\" height=\"210\" srcset=\"http:\/\/dertheatermacher.ch\/theaterobertor\/fraz\/wp-content\/uploads\/sites\/4\/2008\/07\/01szene1-300x210.jpg 300w, http:\/\/dertheatermacher.ch\/theaterobertor\/fraz\/wp-content\/uploads\/sites\/4\/2008\/07\/01szene1.jpg 567w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a> <a href=\"http:\/\/dertheatermacher.ch\/theaterobertor\/fraz\/wp-content\/uploads\/sites\/4\/2008\/07\/01szene2.jpg\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"alignleft size-medium wp-image-23\" src=\"http:\/\/dertheatermacher.ch\/theaterobertor\/fraz\/wp-content\/uploads\/sites\/4\/2008\/07\/01szene2-300x210.jpg\" alt=\"01szene2\" width=\"300\" height=\"210\" srcset=\"http:\/\/dertheatermacher.ch\/theaterobertor\/fraz\/wp-content\/uploads\/sites\/4\/2008\/07\/01szene2-300x210.jpg 300w, http:\/\/dertheatermacher.ch\/theaterobertor\/fraz\/wp-content\/uploads\/sites\/4\/2008\/07\/01szene2.jpg 567w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a> <a href=\"http:\/\/dertheatermacher.ch\/theaterobertor\/fraz\/wp-content\/uploads\/sites\/4\/2008\/07\/01szene6.jpg\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"alignleft size-medium wp-image-27\" src=\"http:\/\/dertheatermacher.ch\/theaterobertor\/fraz\/wp-content\/uploads\/sites\/4\/2008\/07\/01szene6-300x210.jpg\" alt=\"01szene6\" width=\"300\" height=\"210\" srcset=\"http:\/\/dertheatermacher.ch\/theaterobertor\/fraz\/wp-content\/uploads\/sites\/4\/2008\/07\/01szene6-300x210.jpg 300w, http:\/\/dertheatermacher.ch\/theaterobertor\/fraz\/wp-content\/uploads\/sites\/4\/2008\/07\/01szene6.jpg 567w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a> <a href=\"http:\/\/dertheatermacher.ch\/theaterobertor\/fraz\/wp-content\/uploads\/sites\/4\/2008\/07\/01szene5.jpg\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"alignleft size-medium wp-image-26\" src=\"http:\/\/dertheatermacher.ch\/theaterobertor\/fraz\/wp-content\/uploads\/sites\/4\/2008\/07\/01szene5-300x210.jpg\" alt=\"01szene5\" width=\"300\" height=\"210\" srcset=\"http:\/\/dertheatermacher.ch\/theaterobertor\/fraz\/wp-content\/uploads\/sites\/4\/2008\/07\/01szene5-300x210.jpg 300w, http:\/\/dertheatermacher.ch\/theaterobertor\/fraz\/wp-content\/uploads\/sites\/4\/2008\/07\/01szene5.jpg 567w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a> <a href=\"http:\/\/dertheatermacher.ch\/theaterobertor\/fraz\/wp-content\/uploads\/sites\/4\/2008\/07\/01szene4.jpg\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"alignleft size-medium wp-image-25\" src=\"http:\/\/dertheatermacher.ch\/theaterobertor\/fraz\/wp-content\/uploads\/sites\/4\/2008\/07\/01szene4-300x210.jpg\" alt=\"01szene4\" width=\"300\" height=\"210\" srcset=\"http:\/\/dertheatermacher.ch\/theaterobertor\/fraz\/wp-content\/uploads\/sites\/4\/2008\/07\/01szene4-300x210.jpg 300w, http:\/\/dertheatermacher.ch\/theaterobertor\/fraz\/wp-content\/uploads\/sites\/4\/2008\/07\/01szene4.jpg 567w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a> <a href=\"http:\/\/dertheatermacher.ch\/theaterobertor\/fraz\/wp-content\/uploads\/sites\/4\/2008\/07\/01szene3.jpg\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"alignleft size-medium wp-image-24\" src=\"http:\/\/dertheatermacher.ch\/theaterobertor\/fraz\/wp-content\/uploads\/sites\/4\/2008\/07\/01szene3-300x210.jpg\" alt=\"01szene3\" width=\"300\" height=\"210\" srcset=\"http:\/\/dertheatermacher.ch\/theaterobertor\/fraz\/wp-content\/uploads\/sites\/4\/2008\/07\/01szene3-300x210.jpg 300w, http:\/\/dertheatermacher.ch\/theaterobertor\/fraz\/wp-content\/uploads\/sites\/4\/2008\/07\/01szene3.jpg 567w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ein Lehrst\u00fcck ohne Lehre Die grosse Wut des Phillip Hotz Ein Schwank von Max Frisch 16. bis 19. 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